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  • Rezension zu "Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek" von David Whitehouse

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    Worum es geht:
    Bobby Nusku fristet seine Tage damit, Haare, Kleidungsstücke und weitere Spuren seiner verschwundenen Mutter zu sammeln und zu archivieren. Er fühlt sich im Haus seines grobschlächtigen Vaters und dessen wasserstoffblonder Freundin ziemlich einsam, besonders nachdem sein einziger Freund Sunny eines Tages wie vom Erdboden verschluckt ist. Die Freundschaft zum Nachbarsmädchen Rosa und ihrer Mutter Val, die Putzfrau in einem Bücherbus ist, gibt ihm Hoffnung und macht ihm Mut, sich gegen sein Schicksal aufzulehnen. Als alles drunter und drüber geht, machen sich Val, Rosa und Bobby gemeinsam mit dem sympathischen Outlaw Joe auf eine verrückte Reise mit Vals Bücherbus quer durch England. Im Gepäck haben sie nur das Nötigste: ihre Freundschaft und eine Menge guter Bücher.

    Meine Meinung:
    Das Buch klingt und sieht aus wie eine nette Lektüre für Buchliebhaber. Der Eindruck täuscht gewaltig. Ist es natürlich auch aber neben dem Oberflächlichen "Süss" und "Buchliebhabercharme" ist die mobile Buchhandlung noch viel mehr.
    Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek ist eine Ansammlung von allen Alpträumen die man sich vorstellen kann und das meine ich so positiv wie man es meinen kann. Als ich dem Autor das sagte, meinte er: "Thank you. That's the best thing anyone has said about it."
    Von Mobbing, häuslicher Gewalt, Selbstverletzung bis hin zu Pädophelie finden wir hier alles. Wer ein Buch mit Happy end erwartet, dem kann ich nur sagen was Val Bobby immer sagt: Es gibt kein Ende. Alles geht weiter, auch ohne dich.
    Harter Tubak und das Beste das ich in langer Zeit gelesen habe.

    Positiv:
    - Alles überwältigende Freundschaft
    - Bücher als Erretter
    - Abenteuer!

    Negativ:
    - David Whitehouse versucht, in meinen Augen, krampfhaft einen Stil zu erzeugen der seine Sprache schwerfällig erscheinen lässt. Ist gar nicht nötig, die Geschichte ist gut genug.

  • Rezension zu "On the Island" von Tracey Garvis Graves

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    Worum es geht:
    Anna hat sich bereit erklärt in den Sommerferien T.J. Nachhilfeunterricht zu geben. Der Job hat auch noch einen Bonus; sie soll mit auf die Malediven, auf denen die Familie Urlaub machen wird. Der siebzehnjährige T.J. hat erst vor ein paar Monaten den Krebs besiegt und will seine Ferien eigentlich nicht mit lernen verbringen aber Anna lässt ihn dahin schmelzen. Durch organisatorische Probleme müssen die Zwei einen Privatflieger buchen der sie auf die Insel bringen soll.
    Beide können kaum glauben als das Flugzeug abstürzt, und sie sich als einzige Überlebende auf einer einsamen Insel wiederfinden.
    Mit fast nichts ausgerüstet geht es ums Überleben, und die Frage wie lange das Rettungsteam wohl brauchen wird sie zu finden.
    Nach und nach beginnen sie sich mit anderen Augen zu sehen.

    Meine Meinung:
    Eine Extremsituation die zu einer unerlaubten Liebe führt. Aber was ist unerlaubt auf einer einsamen Insel ohne Regeln und Zivilisation.
    Davon ausgehend dort zu sterben und vielleicht nicht gefunden zu werden, kann dazu verleiten sich auf den einzige anderen anwesenden Menschen zu fixieren.
    Doch dies ist nicht nur eine Liebesgeschichte. Es geht vielmehr um das danach.
    Waren die Gefühle auf der Insel echt? Kann die Liebe überstehen im Alltag des normalen Lebens?
    War es nur das Adrenalin der Situation?
    Wo andere Bücher in dem Genre der verbotenen Liebe sich nur auf die Liebesgeschichte, das Kennenlernen und zusammenkommen konzentriert, geht es hier um das danach. Man könnte es in eine Schublade mit den gängigen New Adult Büchern à la Tammara Webbers Einfach.Liebe oder Jamie Mcguire abtun, aber On the Island weiss durch einen erstaunlich ( vielleicht durch meine sehr geringen Erwartungen ) ausgearbeiteten Schreibstil zu überzeugen.
    Natürlich gibt es Drama, natürlich gibt es Liebe, natürlich gibt es Missverständnisse die zu noch mehr Drama führen aber ausserdem gibt es Spannung und sehr erwachsene Fragen über das Leben "danach". Eine Mischung zwischen Cast away und Blaue Lagune!
    Keine hohe Literatur aber das perfekte Buch für Strandurlaub ( oder Balkonien ), und diese sind ja auch schwer zu finden.

    Positiv:
    -Spannender Überlebenskampf
    -langsamer Aufbau der geschickt verständlich macht warum es zu Gefühlen zwischen den Beiden kommt.

    Negativ:
    - Sie finden eine Hütte, ihre Koffer werden angeschwemmt, Teile des Flugzeugs werden angeschwemmt und Anna hat natürlich 14 Seifen, 15 Flaschen Shampoo, eine Wagenladung Tampons, 7 Bikinis etc... eingepackt. Kommt mir dann doch ein bisschen zu praktisch daher wenn man bedenkt dass sie nur paar Wochen weg sein sollten.

  • Rezension zu "All the bright places" von Jennifer Niven

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    Worum es geht:
    Theodore Finch ist des Lebens leid und findet sich eines Tages auf dem Schulturm wieder, von dem er springen will. Dieses Vorhaben wird leider vereitelt da Violet bereits vor ihm zum Sprung bereit steht und er sie kurzerhand davon überzeugt doch nicht zu springen. Von ihr angezogen beginnt Finch mehr Zeit mit Violet zu verbringen, ob diese will oder nicht und findet in ihr vielleicht den einzigen Menschen der ihn nicht eigenartig findet.

    Meine Meinung:
    Ein Mädchen, das das Leben zu lieben lernt, dank eines Jungen, der sterben will. So wird das Buch auf englisch beworben und als neues Fault in our Stars angepriesen. Passt ja auch, zwei übertrieben wortgewandte Teenager, ein Farbenname ( Violet) und ein übertriebener Romanname (Theodor Finch), der nahe Tod liegt in jeder Zeile.
    Wo Augustus noch einen charmanten Unterton hatte ist Finch einfach nur ... falsch. Die Figur ist unstimmig als wüsste die Autorin nicht was sie eigentlich von ihm wollte. Er macht genau das was die Autorin gerne hätte um ihr Ziel zu erreichen, dass genau dadurch das lebhafte an der Figur flöten geht, stört sie nicht.
    Violet ist auch so angestrengt. Mir fällt kein anderes Wort dafür ein. Das beliebte Mädchen das wegen eines schrecklichen Schicksalsschlag Emo wird.
    Beide sind natürlich super belesen und kommunzieren erstmal durch Virginia Wolff Zitate, klar.
    Ich bin nur dankbar dass nicht schon wieder auf Romeo und Julia oder Sturmhöhe aufgebaut wird. Virginia Wolff ist da wenigstens mal originell.
    Das Suizidthema erscheint aufgesetzt, bei Finch leider schlecht erklärt und bei Violet eigentlich kaum vorhanden. Finch veranstaltet ein Theater um Violet davon zu überzeugen dass das Leben lebenswert ist, mehrmals allein in den ersten 10 Kapitel denkt Finch dass er nicht sterben will, dass er da bleiben und was erleben will. Lustigerweise will Violet sich auch gar nicht umbringen! Warum also die verkrampfte Version des Themas?
    Meine Interpretation? Suizid ist dieses Jahr In und die Autorin will dass man ihr Buch kauft.
    Davon mal abgesehen ist die Entstehung der Freundschaft und Liebe der beiden sehr schön beschrieben.
    Für Fans von Fault in our Stars, die kein Problem mit zu vielen Parallelen haben.

    "Theodore Finch, in search of the Great Manifesto"
    she gives me a sharp look "I don't know what that means."
    "It means 'the urge to be, to count for something, and, if death must come, to die valiantly, with acclamation- in short, to remain a memory.'"

    (Augustus "Oblivion" Ansprache war wohl sehr inspirierend)

    Positiv:
    - Darstellung der Bipolare Störung
    - Das Ende
    Negativ:
    - Violet denkt "If he really loves me he finds a way" als Theo wegen Depressionen einen Streit vom Zaun bricht und genau das ist die falsche Aussage.
    - verkrampfte Integration des Suizidthemas

  • Rezension zu "Alles licht das wir nicht sehen" von Anthony Doerr

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    Worum es geht:

    Saint-Malo 1944: Marie-Laure, ein junges, blindes Mädchen, ist mit ihrem Vater, der am "Muséum National d'Histoire Naturelle" arbeitet, aus dem besetzten Paris zu ihrem kauzigen Onkel in die Stadt am Meer geflohen. Einst hatte er ihr ein Modell der Pariser Nachbarschaft gebastelt, damit sie sich besser zurechtfinden kann. Nun ist in einem Modell Saint-Malos, der vielleicht kostbarste Schatz aus dem Museum versteckt, den auch die Nazis jagen. Werner Hausner, ein schmächtiger Waisenjunge aus dem Ruhrgebiet, wird wegen seiner technischen Begabung gefördert, auf eine Napola geschickt und dann in eine Wehrmachtseinheit gesteckt, die mit Peilgeräten Feindsender aufspürt, über die sich der Widerstand organisiert. Während Marie-Laures Vater von den Deutschen verschleppt und verhört wird, dringt Werners Einheit nach Saint-Malo vor, auf der Suche nach dem Sender, über den Etienne, Marie-Laures Onkel, die Résistance mit Daten versorgt... Kunstvoll und spannend, mit einer wunderschönen Sprache und einem detaillierten Wissen um die Kriegsereignisse, den Einsatz des Radios, Widerstandscodes, Jules Verne und vieles andere erzählt Anthony Doerr mit einer Reihe unvergesslicher Figuren eine Geschichte aus dem zweiten Weltkrieg, und vor allem die Geschichte von Marie-Laure und Werner, zwei Jugendlichen, deren Lebenswege sich für einen folgenreichen Augenblick kreuzen. -Klappentext C.H.Beck

    Meine Meinung:

    Hier mal wieder ein Beispiel wie Ausstattung und Zusammenfassung dafür sorgen können dass tolle Bücher an einem vorbeigehen. Weder das Cover, der Titel noch die Inhaltsangabe hätte mich dazu gebracht dieses Buch zu lesen. Einzig die unaufhörlichen positiven Bewertungen anderer Blogger und Freunde brachte mich dazu. "Echt jetzt? Das Buch? Schon wieder einer?" Es ist atemberaubend! Jedes (extrem kurze ) Kapitel strotzt nur so vor Spannung. Cliffhanger nach Cliffhanger bringt einen dazu die fast 600 Seiten am Stück lesen zu wollen, schade dass man noch arbeiten muss. Aus zwei Sichten in zwei Zeitsträngen kriegen wir die Geschichte von Werner und Marie-Laure erzählt, 1940 und 1944 scheinen nicht allzu weit auseinander und doch liegt ein Leben dazwischen. Was nach Kriegsbuch klingt ist weitaus mehr! Schatzjäger verfolgen Marie -Laure und den Stein den ihr Vater aus dem Museum hat, Werner lernt den Nazis nicht alles zu glauben und strickt seine eigenen Intrigen. Eine prägnante und bildliche Sprache macht es einem leicht sich sofort in dieser Welt wiederzufinden. Eine Geschichte die man mitlebt.
    Das Buch sollte definitiv in den gleichen Rang wie Die Bücherdiebin gesetzt werden.
    Ein klassisches Jugendbuch das es als Drama in die Bestsellerliteratur geschafft hat und hoffentlich als Taschenbuch den verdienten Erfolg findet.

    Positiv:

    - Die "versteckter Schatz"-Geschichte macht die Geschichte zum Abenteuerroman
    - Werner, als deutscher Nazi ist ein nicht typischer Held und sofort gegen Hitler sondern lernt erst nach und nach dass etwas nicht in Ordnung ist mit dem was man ihm beibringt.
    - Abwechselnd Einsichten zu allen Figuren, nicht bloss Maire-Laure und Werner
    - Das unerwartete Ende

  • Rezension zu "Bis ans Ende der Welt und zurück" von Ruthie Knox

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    Worum es geht:
    Tom hat sich vorgenommen den Sommer über den TransAmerica Trail zu fahren aber seine Schwester macht sich, wie immer, sorgen um ihn. Um sicherzustellen dass er nicht tot im Graben gefunden wird findet sie in seinem Namen einen Reisepartner, Alex. Was keiner von beiden ahnt ist das Alex die Kurzform für Alexandra ist und Tom nun 2 Monate mit einer sehr attraktiven Frau quer durchs Land radeln soll. Dabei will er doch nur seine Ruhe haben.
    Doch zwei Monate sind lang und so eine Fahrradtour ein Abenteuer das zusammenschweißt.

    Meine Meinung: SPOILER ENTHALTEN
    Motziger Einzelgänger mit problematischer Vergangenheit sieht sich gezwungen Zeit mit einer tollen Frau zu verbringen und beginnt aufzutauen. Was alle Leser von Seite 1 an wissen, es wird knistern auf dieser Reise.
    Jeder, der mehr als 2 Liebesromane gelesen hat, kennt die üblichen Probleme und Missverständnisse die hier auftreten.
    Statt gelangweilt zu sein fiebert man ihnen allerdings entgegen. Sie behauptet verheiratet zu sein, ohhhh wie lange wird er sich zurückhalten können und dann herausfinden dass es nicht stimmt?
    Er glaubt ihrer nicht würdig zu sein wegen seiner Vergangenheit? Wie lange dauert es wohl bis er merkt dass sie ihn trotzdem liebt und mit ihm zusammen sein will? Wie lange bis er einsieht dass er sie auch liebt? Klassische Fragen nett verpackt. Das Buch zählt zu den neuen New Adult Bücher die sich natürlich auch durch eine gute Portion Sexszenen identifiziert. Der gibt es hier auch nicht wenige wobei ich fand dass sich hier alles die Waage hält und nicht unnötig übertrieben wird. Heisse Nächte im Zelt auf dem Campingplatz sind hier natürlich am häufigsten vertreten.
    Eine prickelnde Liebesgeschichte für zwischendurch.

    Positiv:
    -Macht Lust auf Reisen
    -Alex ist eine angenehme Hauptfigur

    Negativ:
    - Tom ist seeeeeeeeeeeehr launisch.
    - Das Buch beinhaltet den Zeitraum Juni bis August und erscheint bei uns im Januar? Hätte für mich eine falsche Atmosphäre beim lesen...

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