szmmctag

  • Rezension zu "Der Marsianer" von Andy Weir

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    "I'm turning my pee into rocket fuel. It's easier than you'd think.
    Urine is mostly water. Separating hydrogen and oxygen only requires a couple of electrodes and some current. The problem is collecting the hydrogen. I don't have any equipment for pulling hydrogen out of the air.
    If I survive this, I'll tell people I pissed my way into orbit."

    Worum es geht:
    Ares 3 ist die dritte Crew die zum Mars geschickt wurde. Einen Monat sollten die 6 Astronauten bleiben, doch bereits nach einer Woche muss abgebrochen werden. Bei der Flucht vom Planeten wird Mark Watney von einer Eisenstange durchbohrt und wird für tot erklärt und zurück gelassen.
    Doch Mark ist nicht tot und aufgeben kommt nicht in Frage. Der Botaniker und Ingenieur spielt McGyver und versucht sich am Leben zu halten. Mark weiss dass in 4 Jahren Ares 4 landen wird. Kann er so lange überleben?

    ”I tested the brackets by hitting them with rocks. This kind of sophistication is what we interplanetary scientists are known for"

    Meine Meinung ( enthält kleine Spoiler ):
    Der Autor kennt sich aus und lässt das den Leser spüren. Ich habe beim lesen öfters gedacht "Das ist ein typisches Männerbuch". Mark wird mir bis zum Ende nicht sympathisch aber ich glaube Männer werden ihn super finden. Nach der Beschreibung "Mann kämpft ums Überleben auf dem Mars." "Cast away meets Apollo13" und so weiter, hatte ich damit gerechnet dass halt ein wenig das Thema der Einsamkeit angesprochen wird. Der Autor lässt Mark allerdings keine Zeit sich über irgendetwas Gedanken zu machen. Ständig fliegt was in die Luft, geht schief oder es wird unnötig improvisiert. Mark sagt dazu so schön “Mars keeps trying to kill me.
    Well... Mars didn't electrocute Pathfinder. So I'll amend that:
    Mars and my stupidity keep trying to kill me.”
    und für den Leser irgendwann nervigerweise schafft Mark es immer wieder sich zu retten. Mich extrem gestört hat die Tatsache dass nicht etwa ein Problem auftaucht und er es entweder löst oder nicht, sondern dass er es löst, erklärt wie und dann noch 3 andere Varianten aufzählt die er auch hätte anwenden können. Nach dem 5. Problem war ich nicht mal mehr gespannt "oh ob er das schafft" weil es selbstverständlich ist. Ja ich hab verstanden dass du ein Genie bist. Highlights des Buches sind es wenn Mark versucht lustig zu sein. Das lockert die Geschichte tatsächlich auf, auch wenn ich persönlich kein Freund mit Mark geworden wäre.
    Neben Marks Geschichte kriegen wir dann noch Nasa's Seite, duzende von Namen die irgendetwas diskutieren und Sachen entwerfen um Mark zu retten, nachdem sie, dank Satellitenbilder, festgestellt haben dass er noch lebt. Die Abschnitte fand ich fast noch besser als Marks.
    Grosses Problem ist ausserdem die Zeit. Wir kriegen nicht mitgeteilt wann der Roman spielt. Ausserdem hatte ich trotz Tagangaben nicht das Gefühl dass Mark so lange da ist wie er behauptet. Als ich glaubte er wäre schon 3 Monate da meint er was von 18 Monaten. Kam mir nie so vor beim Lesen. Das entsteht leider wenn immer nur was explodiert und der Figur keine Zeit gelassen wird sich emotional dem Leser zu öffnen. Er ist immer gut drauf, immer optimistisch, immer am überlegen wie er sich retten kann. Das ist auch schön und gut, die ersten 100 Tage oder so. Aber wenn dir konstant alles um die Ohren fliegt und schiefgeht... ist man dann nicht irgendwann mal an einem Punkt an dem man aufgeben möchte? Ich hätte gerne zu einem Moment einen Mark erlebt der zusammenbricht, sich der Angst zu sterben stellt, der einfach verzweifelt an der Situation bevor er sich wieder aufrappelt und weiter macht. Ich mein er ist der einzige Mensch auf einem ganzen Planeten! (und der will ihn auch noch umbringen... )
    Was mich auch ein wenig störte war der Umstand dass die komplette Raumfahrtforschung alle ihre Ressourcen darauf verschwendete einen Mann vom Mars retten zu wollen. Ich dachte der Umstand würde mehr Kontroverse mit sich bringen. Hunderte Millionen Dollar für einen Mann? Einen relativ unwichtigen Mann.
    Dieses Thema wird nur einmal kurz angesprochen als ein Projekt entsteht bei dem 5 weitere Leben Risiko laufen für Mark zu sterben. Und dann wird nur gesagt dass derjenige der es mal anspricht ein Feigling wäre. Ahja.
    Klingt als würde ich das Buch recht schlecht bewerten und nicht mehr als 2 Sterne geben? Gut dass ich nichts von Sterneburteilungen halte... Denn trotz allem hat mich das Buch unterhalten. Ich hab zu keinem Moment daran gedacht es abzubrechen. Der Marsianer wird für 2016 verfilmt und glaube als Film könnte er besser sein! In Augen meines Arbeitskollegen gar nicht möglich, der Marsianer ist für ihn das Highlight des Jahres. Liegt wohl doch am Geschlecht, meine Kritikpunkte. ;)

    [NASA guy on Earth]: “What must it be like?” He pondered. “He’s stuck out there. He thinks he’s totally alone and that we all gave up on him. What kind of effect does that have on a man’s psychology?”
    He turned back to Venkat. “I wonder what he’s thinking right now.”
    [MARK'S JOURNAL ON MARS]: LOG ENTRY: SOL 61
    How come Aquaman can control whales? They’re mammals! Makes no sense."

    Positiv:
    - Humor in Krisensituationen
    - Spannung

    “Me: “This is obviously a clog. How about I take it apart and check the internal tubing?” NASA: (after five hours of deliberation) “No. You’ll fuck it up and die.” So I took it apart."

    Negativ:
    - flache Figuren
    - keine Reflektion der Hauptfigur, Mark bleibt ein Name der unglaublich viel mit Klebeband anfangen kann und sich für unglaublich witzig hält.
    - Durch das Tempo und kaum vorhandener emotionalen Vielfalt fehlt das natürliche Zeitgefühl.

    “I admit it’s fatally dangerous,” Watney said. “But consider this: I’d get to fly around like Iron Man.” “We’ll keep working on ideas,” Lewis said. “Iron Man, Commander. Iron Man!"

  • Rezension zu "Drei auf Reisen" von David Nicholls

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    Worum es geht:
    Douglas' Frau eröffnet ihm dass sie sich scheiden lassen will, gleich nach der großen Reise die sie zusammen mit ihrem Sohn geplant haben. Douglas fällt aus allen Wolken und versteht nicht warum die Reise überhaupt noch stattfinden soll. Ein letztes mal versuchen die Drei sich zusammen zu reißen und diese Reise, die für Sohn Albie die Türschwelle zum Erwachsensein darstellen soll, zu genießen. Kann Douglas seine Frau nochmal umstimmen?

    Meine Meinung:
    Beziehungsdrama und eine Reise quer durch Europa? Genau mein Geschmack! Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen und sind nicht enttäuscht worden. Douglas hat eine angenehme Stimme, ungewollt komisch und für mich mitreißend. Ich hatte schnell Zugang zu der Figur. Trotz der beklemmenden Atmospäre im ganzen Buch machen die schön skizzierte Orte Lust auf Urlaub.
    Ganze 180 Kapitel gibt es hier, teilweise auch sehr kleine, im Grunde nicht mehr als Randnotizen. Dieser Umstand kann zum Lesen animieren da er Abwechslung verspricht, mich hat es leider irgendwann gestört weil ich weiterkommen wollte in der Geschichte und es ohne die Unterbrechung der Seite gerne als Gesamttext haben wollte. Geschmackssache.
    Douglas lässt uns teilhaben an diesem Grand Tour durch Europa, aber ebenso in passend platzierten Rückblenden, vom Kennenlernen Connies bis zurück zum Anfang des Buches und Connies Aussage "Ich glaube ich will dich verlassen".
    Selten hab ich ein so tiefgehendes Portrait einer gescheiterter Beziehung gesehen bei der das Paar dennoch über 24 Jahre hinweg versucht "es zu schaffen", zusammensein zu können, sei es nur des Sohnes wegen. Douglas sagt mal, Paare kriegen Kinder um wieder ein Gesprächsthema zu haben und er gibt dem Recht. Diese an sich deprimierende Aussicht dieser Lektüre wird niemals zu negativ und weiss zu fesseln. Für Kunstliebhaber wie mich gibt es ausserdem den Bonus der Museumsbesuche und Reflektierungen Douglas' zu vielen Kunstwerken und Künstler. Dies kann für jemanden, der nichts damit anfangen kann, recht langweilig werden da das Buch praktisch komplett aus Kunst, Musik und Literaturreferenzen besteht.

    Highlights:
    - Albies und Douglas zusammenfinden
    - Venedig
    - Freya

  • Nobelpreis 2014

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    Herzlichen Glückwunsch an Patrick Modiano und den DTV Verlag!

    Wer jetzt gerne eins seiner Bücher lesen will dem lege ich: "Im Cafe der verlorenen Jugend" und "Die kleine Bijou" ans Herz.

  • Rezension zu "Vor uns das Leben" von Amy Harmon

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    Worum es geht:
    Ihr ganzes Leben lang hat Fern sich um ihren kranken Cousin gekümmert und träumt von einer Zukunft mit Ambrose, dem Ringerstar der Schule.
    Da Fern eher unscheinbar ist und mit ihren krummen Zähnen, der roter Lockenmähne, sieht sie da allerdings keine Chance.
    Bailey, Ferns Cousin, hat schon früh gelernt von Tag zu Tag zu leben und alles zu geniessen. Die Erwartungen stehen bei maximal 20 Jahren aber die will er definitiv knacken. Seine Leidenschaft ist das Ringen, auch wenn er niemals selber mitmachen kann.
    Ambrose ist es leid unter dem Erwartungsdruck der ganzen Stadt zu stehen und will nur noch weg. Der Schönling meldet sich zur Armee, und mit ihm seine 4 besten Freunden. Als er wiederkehrt ist er nicht mehr der Gleiche, ebenso wenig wie Fern.

    Meine Meinung:
    Bereits zu Beginn ist klar dass es kein Happy End geben kann. Wie man es dreht und wendet, hier weint man. Ich hab das Buch an einem Tag gelesen und nach 2 Drittel nicht mehr aufgehört zu weinen. Ich hatte Angst das Buch entspricht all den anderen New Adult Büchern die nun den Markt überschwemmen, aber ich wurde eines besseren belehrt. Keine Sexorgien auf jeder 5. Seite. Fern, die an HMS ( Hässliches Mädchen Symdrom ) leidet, ist eine herrliche Hauptfigur. Ambrose wächst einen ans Herz und ich fand gut dass er nicht als typisches Alphamännchen dargestellt wird, sondern mit Tiefe und später auch mit Schmerz.
    Mit Bailey konnte ich persönlich nichts anfangen, Der Charakter hat mich eher genervt und wir wären wohl auch keine Freunde geworden. Natürlich ist sein Schicksal tragisch, aber sympathisch ist er mir nicht.
    Irgendwann in der Mitte hatte ich kurz das Gefühl dass die Autorin vielleicht ein wenig zu viel Themen mit einbringen will. Den Kranken im Rollstuhl, die unerwiderte Liebe, Krieg, 11 September, Verarbeitung des Kriegen, häusliche Gewalt, Kindesmissbrauch... Also es wirkt viel und ich habe leider öfters gedacht "Echt jetzt? Das auch noch?" aber es klappt irgendwie. Das Ende ist mal wieder typisch amerikanisches Ende, da muss man mit leben...

    Positiv:
    -Die Aussage "Schönheit liegt im Auge des Betrachters"
    -Trotz "American Highschool" ist das einzige ausgelassene Thema Mobbing in der Schule. Fern wird soweit in Ruhe gelassen und Bailey wird zum Ringerteam gezählt, auch wenn er nicht mehr machen kann als die Statistiken und Anfeuern.

    Negativ:
    -Typisches amerikanisches Ende.
    -Zuviele Themen reingequetscht

  • Rezension zu "Geschenkt" von Daniel Glattauer

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    Worum es geht:
    Gerold Plassek ist Journalist bei einer Gratiszeitung. Bei ihm im Büro sitzt der 14-jährige Manuel, dessen Mutter im Ausland arbeitet. Er beobachtet Gerold beim Nichtstun und ahnt nicht, dass dieser Versager sein Vater ist. Gerold fehlt jeder Antrieb, die Stammkneipe ist sein Wohnzimmer und der Alkohol sein verlässlichster Freund. Plötzlich kommt Bewegung in sein Leben: Nach dem Erscheinen seines Artikels über eine überfüllte Obdachlosenschlafstätte trifft dort eine anonyme Geldspende ein. Das ist der Beginn einer Serie von Wohltaten, durch die Gerold immer mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt. Und langsam beginnt auch Manuel, ihn zu mögen … -Inhaltsangabe von www.hanser-literaturverlage.de

    Meine Meinung:
    Die Leo und Emmi Bücher von Glattauer habe ich, wie so ziemlich jeder der sie gelesen hat, geliebt. "Für immer der Deine" war leider nicht so ganz mein Fall, obwohl Andrea Sawatzki wieder mal fantastisch gelesen hat. Wie so häufig in letzter Zeit, war ich ein wenig beunruhigt dass mir der neue Roman nicht gefallen könnte. Total unbegründet. Glattauer ist wieder da, zumindest für mich. Jede Seite spriesst mit seinem dezenten Humor, der mich ununterbrochen schmunzeln lässt. Gerold als Antiheld war erfrischend und Manuel, der aufmüpfiger Teenager, ein netter Konterpart.
    Leichte Lektüre, ohne Zweifel, und auch mit vorhersehbarem Ende, lautet hier die Devise "der Weg ist das Ziel".
    Ich hab das Buch sehr genossen.

    Positiv:
    - trotz schwacher Handlung weiss Glattauer zu fesseln
    - traf voll meinen Humor

    Negativ:
    - vorhersehbar

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