szmmctag

  • Rezension zu "Hope Forever" von Colleen Hoover

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    Worum es geht:
    Die 17-jährige Sky ist starken Gefühlen bisher aus dem Weg gegangen. Wenn sie einem Jungen begegnet, verspürt sie normalerweise keinerlei Anziehung, kein Kribbeln im Bauch. Im Gegenteil. Sie fühlt sich taub. Bis sie auf Dean Holder trifft, der ihre Hormone tanzen lässt. Es knistert heftig zwischen den beiden und der Beginn einer großen Liebe deutet sich an. Doch dann tun sich Abgründe aus der Vergangenheit auf, die tiefer und dunkler sind, als Sky sich vorstellen kann. - Inhaltsangabe DTV

    Meine Meinung:
    Wie ihr vielleicht wisst war ich von Colleen Hoovers Erstlingswerk nicht sonderlich begeistert. Wo "Weil ich Layken liebe" noch einigermassen erträglich war, war "Weil ich Will liebe" und "Weil wir uns lieben" nur noch Papierverschwendung. Warum also ein neues Buch von der Autorin lesen? Ja, das hab ich mich auch gefragt als ich es zur Hand nahm. Allerdings bin ich auch immer dafür Autoren eine zweite Chance zu geben, wenn Grund zur Annahme besteht dass sie sich weiterentwickeln. Dank einiger Rezensionen lieber Buchblogger dachte ich mir "was solls, ich steh auf schlechte Bücher bei denen ich mich aufregen kann".
    Grosse "Enttäuschung", was diese Erwartung anging, kam ziemlich schnell. Colleen Hoover hat sich verbessert. Sehr sogar. Kaum paar Seiten drin fiel es mir schwer das Buch zur Seite zu legen. Es liest sich wie im Rausch. Was als 08/15 New Adult Liebesgeschichte beginnt verstrickt sich im passenden Tempo in ein psychologisches schwarzes Loch dass den Leser den Atem raubt. Jedesmal wenn man glaubt jetzt kann es nicht mehr schlimmer kommen, setzt die Autorin noch einen drauf.
    Nicht von der dezenten Umschlaggestaltung und kaum vorhandener Inhaltsangabe abschrecken lassen, dieses Buch hat es in sich! Allerdings nicht für Leser mit schwachem Magen geeignet.
    Die Überraschung meiner Herbstlektüre.

    Positiv:
    - Endlich endlich endlich mal eine Hauptfigur die nicht denkt sie sei hässlich und/oder unscheinbar und nicht versteht warum der Traumtyp ausgerechnet sie mag. Sky mag sich und nervt dabei auch nicht.
    - Skys Einstellung gegenüber den Mobbern.
    - Breckin, der schwule Mormone.

    Negativ:
    - Irgendwann wurds schon fast zuviel.

  • Rezension zu "Cornflakes mit Johnny Depp" von B.J. Novak

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    "Das alleridealste, das Traumszenario? Kindersoldaten"

    Worum es geht:
    Jeden Tag ein knallrotes Tshirt tragen hilft beim finden der Traumfrau. Dass Liebe schmerzlich sein kann findet auch der Sexroboter Sophie heraus. John Grishams "Das Irgendwas" springt augenblicklich nach erscheinen auf die New York Times Nr 1 und er freut sich nicht ein bisschen. Es sollte auf jeder Seite von Twains Huckelberry Finn das Wort Negger vorkommen. Die Liebe gewinnt immer. Und das ist nur der Anfang...

    "Liegt es nur daran dass alles zu einfach ging? Denn wenn du "schwierig" romantisierst... darüber wirst du schnell hinwegkommen, das verspreche ich dir. Jeder vergisst wie schwierig "schwierig" tatsächlich ist."

    Meine Meinung:
    Zwischen 1 und 12 Seiten sind die Stories von Novak lang und doch sind sie jedes mal zu kurz. Bereits am Ende der ersten Geschichte war ich enttäuscht dass es sich um Kurzgeschichten handelt da ich gerne mehr gelesen hätte. Ein Gefühl dass sich durch das ganze Buch zieht.
    Aufpassen sollte man dennoch da hier und da ein kleiner roten Faden erscheint und man Figuren aus vorherigen Geschichten schmunzelnd wiederbegegnet, also schön der Reihe nach Lesen und nicht willkürlich Stories auswählen. (Quatsch kann man auch wenn man will ;) )

    Novak versucht zu schockieren, dennoch wird dem Leser schnell klar dass das Hauptthema die Liebe ist und wenn wir ehrlich sind schockt doch nichts mehr als die Tatsache dass ein hartgesottener Hollywoodianer noch an das Gewinnen der Liebe glaubt.

    Exklusive Spiegel Onlinegeschichte die nicht im Band beinhaltet ist:
    http://www.spiegel.de/kultur/literatur/b-j-novak-die-zeit-im-himmel-ist-knapp-leseprobe-a-985517.html

  • Rezension zu "Der Marsianer" von Andy Weir

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    "I'm turning my pee into rocket fuel. It's easier than you'd think.
    Urine is mostly water. Separating hydrogen and oxygen only requires a couple of electrodes and some current. The problem is collecting the hydrogen. I don't have any equipment for pulling hydrogen out of the air.
    If I survive this, I'll tell people I pissed my way into orbit."

    Worum es geht:
    Ares 3 ist die dritte Crew die zum Mars geschickt wurde. Einen Monat sollten die 6 Astronauten bleiben, doch bereits nach einer Woche muss abgebrochen werden. Bei der Flucht vom Planeten wird Mark Watney von einer Eisenstange durchbohrt und wird für tot erklärt und zurück gelassen.
    Doch Mark ist nicht tot und aufgeben kommt nicht in Frage. Der Botaniker und Ingenieur spielt McGyver und versucht sich am Leben zu halten. Mark weiss dass in 4 Jahren Ares 4 landen wird. Kann er so lange überleben?

    ”I tested the brackets by hitting them with rocks. This kind of sophistication is what we interplanetary scientists are known for"

    Meine Meinung ( enthält kleine Spoiler ):
    Der Autor kennt sich aus und lässt das den Leser spüren. Ich habe beim lesen öfters gedacht "Das ist ein typisches Männerbuch". Mark wird mir bis zum Ende nicht sympathisch aber ich glaube Männer werden ihn super finden. Nach der Beschreibung "Mann kämpft ums Überleben auf dem Mars." "Cast away meets Apollo13" und so weiter, hatte ich damit gerechnet dass halt ein wenig das Thema der Einsamkeit angesprochen wird. Der Autor lässt Mark allerdings keine Zeit sich über irgendetwas Gedanken zu machen. Ständig fliegt was in die Luft, geht schief oder es wird unnötig improvisiert. Mark sagt dazu so schön “Mars keeps trying to kill me.
    Well... Mars didn't electrocute Pathfinder. So I'll amend that:
    Mars and my stupidity keep trying to kill me.”
    und für den Leser irgendwann nervigerweise schafft Mark es immer wieder sich zu retten. Mich extrem gestört hat die Tatsache dass nicht etwa ein Problem auftaucht und er es entweder löst oder nicht, sondern dass er es löst, erklärt wie und dann noch 3 andere Varianten aufzählt die er auch hätte anwenden können. Nach dem 5. Problem war ich nicht mal mehr gespannt "oh ob er das schafft" weil es selbstverständlich ist. Ja ich hab verstanden dass du ein Genie bist. Highlights des Buches sind es wenn Mark versucht lustig zu sein. Das lockert die Geschichte tatsächlich auf, auch wenn ich persönlich kein Freund mit Mark geworden wäre.
    Neben Marks Geschichte kriegen wir dann noch Nasa's Seite, duzende von Namen die irgendetwas diskutieren und Sachen entwerfen um Mark zu retten, nachdem sie, dank Satellitenbilder, festgestellt haben dass er noch lebt. Die Abschnitte fand ich fast noch besser als Marks.
    Grosses Problem ist ausserdem die Zeit. Wir kriegen nicht mitgeteilt wann der Roman spielt. Ausserdem hatte ich trotz Tagangaben nicht das Gefühl dass Mark so lange da ist wie er behauptet. Als ich glaubte er wäre schon 3 Monate da meint er was von 18 Monaten. Kam mir nie so vor beim Lesen. Das entsteht leider wenn immer nur was explodiert und der Figur keine Zeit gelassen wird sich emotional dem Leser zu öffnen. Er ist immer gut drauf, immer optimistisch, immer am überlegen wie er sich retten kann. Das ist auch schön und gut, die ersten 100 Tage oder so. Aber wenn dir konstant alles um die Ohren fliegt und schiefgeht... ist man dann nicht irgendwann mal an einem Punkt an dem man aufgeben möchte? Ich hätte gerne zu einem Moment einen Mark erlebt der zusammenbricht, sich der Angst zu sterben stellt, der einfach verzweifelt an der Situation bevor er sich wieder aufrappelt und weiter macht. Ich mein er ist der einzige Mensch auf einem ganzen Planeten! (und der will ihn auch noch umbringen... )
    Was mich auch ein wenig störte war der Umstand dass die komplette Raumfahrtforschung alle ihre Ressourcen darauf verschwendete einen Mann vom Mars retten zu wollen. Ich dachte der Umstand würde mehr Kontroverse mit sich bringen. Hunderte Millionen Dollar für einen Mann? Einen relativ unwichtigen Mann.
    Dieses Thema wird nur einmal kurz angesprochen als ein Projekt entsteht bei dem 5 weitere Leben Risiko laufen für Mark zu sterben. Und dann wird nur gesagt dass derjenige der es mal anspricht ein Feigling wäre. Ahja.
    Klingt als würde ich das Buch recht schlecht bewerten und nicht mehr als 2 Sterne geben? Gut dass ich nichts von Sterneburteilungen halte... Denn trotz allem hat mich das Buch unterhalten. Ich hab zu keinem Moment daran gedacht es abzubrechen. Der Marsianer wird für 2016 verfilmt und glaube als Film könnte er besser sein! In Augen meines Arbeitskollegen gar nicht möglich, der Marsianer ist für ihn das Highlight des Jahres. Liegt wohl doch am Geschlecht, meine Kritikpunkte. ;)

    [NASA guy on Earth]: “What must it be like?” He pondered. “He’s stuck out there. He thinks he’s totally alone and that we all gave up on him. What kind of effect does that have on a man’s psychology?”
    He turned back to Venkat. “I wonder what he’s thinking right now.”
    [MARK'S JOURNAL ON MARS]: LOG ENTRY: SOL 61
    How come Aquaman can control whales? They’re mammals! Makes no sense."

    Positiv:
    - Humor in Krisensituationen
    - Spannung

    “Me: “This is obviously a clog. How about I take it apart and check the internal tubing?” NASA: (after five hours of deliberation) “No. You’ll fuck it up and die.” So I took it apart."

    Negativ:
    - flache Figuren
    - keine Reflektion der Hauptfigur, Mark bleibt ein Name der unglaublich viel mit Klebeband anfangen kann und sich für unglaublich witzig hält.
    - Durch das Tempo und kaum vorhandener emotionalen Vielfalt fehlt das natürliche Zeitgefühl.

    “I admit it’s fatally dangerous,” Watney said. “But consider this: I’d get to fly around like Iron Man.” “We’ll keep working on ideas,” Lewis said. “Iron Man, Commander. Iron Man!"

  • Rezension zu "Drei auf Reisen" von David Nicholls

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    Worum es geht:
    Douglas' Frau eröffnet ihm dass sie sich scheiden lassen will, gleich nach der großen Reise die sie zusammen mit ihrem Sohn geplant haben. Douglas fällt aus allen Wolken und versteht nicht warum die Reise überhaupt noch stattfinden soll. Ein letztes mal versuchen die Drei sich zusammen zu reißen und diese Reise, die für Sohn Albie die Türschwelle zum Erwachsensein darstellen soll, zu genießen. Kann Douglas seine Frau nochmal umstimmen?

    Meine Meinung:
    Beziehungsdrama und eine Reise quer durch Europa? Genau mein Geschmack! Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen und sind nicht enttäuscht worden. Douglas hat eine angenehme Stimme, ungewollt komisch und für mich mitreißend. Ich hatte schnell Zugang zu der Figur. Trotz der beklemmenden Atmospäre im ganzen Buch machen die schön skizzierte Orte Lust auf Urlaub.
    Ganze 180 Kapitel gibt es hier, teilweise auch sehr kleine, im Grunde nicht mehr als Randnotizen. Dieser Umstand kann zum Lesen animieren da er Abwechslung verspricht, mich hat es leider irgendwann gestört weil ich weiterkommen wollte in der Geschichte und es ohne die Unterbrechung der Seite gerne als Gesamttext haben wollte. Geschmackssache.
    Douglas lässt uns teilhaben an diesem Grand Tour durch Europa, aber ebenso in passend platzierten Rückblenden, vom Kennenlernen Connies bis zurück zum Anfang des Buches und Connies Aussage "Ich glaube ich will dich verlassen".
    Selten hab ich ein so tiefgehendes Portrait einer gescheiterter Beziehung gesehen bei der das Paar dennoch über 24 Jahre hinweg versucht "es zu schaffen", zusammensein zu können, sei es nur des Sohnes wegen. Douglas sagt mal, Paare kriegen Kinder um wieder ein Gesprächsthema zu haben und er gibt dem Recht. Diese an sich deprimierende Aussicht dieser Lektüre wird niemals zu negativ und weiss zu fesseln. Für Kunstliebhaber wie mich gibt es ausserdem den Bonus der Museumsbesuche und Reflektierungen Douglas' zu vielen Kunstwerken und Künstler. Dies kann für jemanden, der nichts damit anfangen kann, recht langweilig werden da das Buch praktisch komplett aus Kunst, Musik und Literaturreferenzen besteht.

    Highlights:
    - Albies und Douglas zusammenfinden
    - Venedig
    - Freya

  • Nobelpreis 2014

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    Herzlichen Glückwunsch an Patrick Modiano und den DTV Verlag!

    Wer jetzt gerne eins seiner Bücher lesen will dem lege ich: "Im Cafe der verlorenen Jugend" und "Die kleine Bijou" ans Herz.

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