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  • Rezension zu "An jedem einzelnen Tag" von Marianne Kavanagh

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    Worum es geht:

    Tess und George sind Seelenverwandte, davon sind all deren Freunde überzeugt und versuchen Jahrelang die beiden zu Verkuppeln. Diese scheinen sich immer zu verpassen und ihr Leben ohne einander zu verbringen. Doch erkennt man seinen Seelenverwandten wenn man ihm begegnet und ab wann ist es zu spät für eine zweite Chance?

    Meine Meinung:

    Ich hatte anfangs Schwierigkeiten mit dem Schreibstil der Autorin. Übertrieben blumige Ausschmückungen, die angestrengte Wortwahl... Ich hatte manchmal das Gefühl dass sie sich ihrer Story schämt und dadurch versucht noch etwas raus zureissen, es als etwas besser darzustellen als es ist: ein schnulziger Liebesroman mit vorhersehbarem Ende. Im Endeffekt machte sie es schlimmer. Die Romane haben Erfolg weil die Leser das gerne lesen, ich auch. Kein Grund sich zu schämen.
    Allerdings wusste der Roman mich zu begeistern. Es ist eine Geduldsprobe, ganz klar. Jedes mal wenn George und Tess sich Nahe waren und sich doch verpassten, oder im sich gleichen Raum befanden und dennoch nicht sahen, hab ich öfters das Buch geschüttelt und gerufen "Och komm schon!"
    Von der Liebesgeschichte mal abgesehen sehen wir sehr schön das Erwachsenwerden und die Entwicklung von Mann und Frau. Tess, die lernen muss auf sich selbst zu vertrauen, und George, der jede Niederlage überwinden muss um seinen Traum zu leben. Über Jahre hinweg werden sie begleitet von Freunden und Bekannten, die alle nur eines zu sagen scheinen: "Hast du George schon kennengelernt?" - "Du kennst doch Tess?!" Am Ende liegt es doch am berühmten Schicksal ob und wann sie sich treffen.

    Positiv:

    - Story nicht sofort ersichtlich
    - Tess und George sind mal originelle Figuren mit Ecken und Kanten
    - ausgearbeitete Nebenfiguren
    - London

    Negativ:

    - Ging dann doch etwas schnell, die Liebe.

  • Rezension zu "Lieber Mr Salinger" von Joanna Rakoff

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    Worum es geht:

    "Von ihnen gibt es Hunderte: blitzgescheite junge Frauen, frisch von der Uni und mit dem festen Vorsatz, in der Welt der Bücher Fuß zu fassen. Joanna Rakoff war eine von ihnen." - Klappentext
    1996: Joanna geht nach dem Studium in New York und wird in einer Agentur für Autoren eingestellt. Nicht nur irgendeine Agentur, nein genau die, die J.D. Salinger vertritt. Joanna glaubt der einzige Mensch zu sein der dessen Bücher noch nicht gelesen hat. Als Sekretärin beginnt ihr Büroalltag vom abtippen der Korrespondenz bis hin zum Beantworten der Fanpost für Salinger.
    Doch dann meldet sich Jerry persönlich und Joanna muss zeigen, dass noch mehr in ihr steckt als tippen.

    "Wie gut kann der Autor schon sein, wenn das Buch ein Bestseller ist"

    Meine Meinung:

    Joanna Rakoffs Biographie braucht sich nicht hinter "der Teufel trägt Prada" zu verstecken! Ähnlich haben wir eine starke Chefin und die neue Sekretärin die sich erst noch beweisen muss. Für uns Bücherfreunde ein sehr schönes Schmanko außerdem, dass das Buch in der Bücherbranche spielt. Joanna entdeckt ihre Liebe zu Salinger, einen Autor den ihr bis dahin unbekannt war. Jerry wird wundervoll dargestellt und ich bin froh dass er nicht der unsympathische Eremit ist für den ich ihn fälschlicherweise hielt. Meine Meinung basierte allerdings nur auf "Er lebt zurückgezogen und will keine Fans haben".Einer der Gründe weswegen ich das Buch lesen wollte um besser informiert zu sein. Lieber Mr Salinger erklärt aber ohne Vorurteile was für ein Mensch Salinger war, und darüber zu lesen macht Spass. Endlich wieder ein Buch das sich in einem Rutsch lesen lies.
    Joannas Privatleben wird natürlich auch erläutert. Don, ihr Freund, hat allerdings irgendwie keine Daseinsberechtigung und man freut sich mit ihr wenn sie erkennt wer sie wirklich ist und wen und was sie in ihrem Leben braucht. Oder eben nicht.
    Ein Buch über das finden zu sich selbst, übers Erwachsenwerden und die Liebe zu Büchern.

    Positiv:

    -Selbst wenn man Salinger nicht kennt oder seine Bücher nicht mag macht das Buch Spass!
    Mir ging es zumindest so.
    - Pflichtlektüre für Salinger-Fans

    Negativ:

    Also es passiert nicht schrecklich viel. Ein sehr ruhiger Roman.

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    "Es sind ja nur Fans. So ziemlich das Unwichtigste."

  • Rezension zu "Madame Picasso" von Anne Girard

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    Madame Picasso erscheint am 9 März 2015

    Worum es geht:

    Eva ist in Paris angekommen um frei zu sein und ihr Leben zu leben. Als Näherin im Moulin Rouge glaubt sie ihren Traum erfüllt zu haben.
    Pablo liebt Fernande, aber als die Beziehung immer mehr kriselt, sucht er schnell eine neue Muse.
    Pablo kann sein Glück kaum fassen als er Eva sieht. Eva kann sich Pablos Charme kaum entziehen.
    Haben sie eine Chance, wenn alle Eva nur für eine Affäre halten und Fernande den Titel Madame Picasso schon auslebt?

    Meine Meinung:

    Theoretisch ein sehr gutes Buch. Nach Z, der fiktionalen Biografie von Zelda Fitzgerald, und Madame Hemingway konnte ich es kaum erwarten Madame Picasso zu lesen. Dank vorablesen.de sogar ein bisschen früher als der offizielle Erscheinungstermin. Wo Z mit unglaublicher Recherche und original Briefen auftrumpft, weiß Madame Hemingway dazu noch mit Schreibstil zu überzeugen.
    Hier kommt nun das Problem; Madame Picasso mag vielleicht gut recherchiert sein, leider kann entweder die Autorin nicht schreiben oder die Übersetzerin nicht übersetzen. Mehr als einmal tat es richtiggehend weh über Eva zu lesen.

    Beispiel:
    "Und danach erlaubst du mir vielleicht einen winzigen Kuss."
    "Das haben wir doch schon besprochen. Du musst diesen Gedanken wirklich aufgeben." Sie lachte und vergewisserte sich, dass ihr Tonfall lieblich blieb.

    Aua.
    "Was starrst du so?"
    Oje. Sollte sie tatsächlich gestarrt haben? Eva war sich nicht sicher.

    Na, vielleicht habe ich weniger ein Problem mit dem "15 jährige schreibt Fanfiction" Schreibstil als mit dieser Figur der Eva. Ist Eva kunstgeschichtlich noch Intelligent wird sie hier als Bauerntrampel dargestellt. Erstaunt hat mich die Darstellung Picassos, vor allem dass sich die Autorin getraut hat aus seiner Sicht zu schreiben. Ich glaube sie hat ihn zu sehr romantisiert, aber das ist nur mein Gefühl. Ich würde nicht behaupten dass mein Wissen über Picasso weitreichender ist als das der Autorin. Diese basiert ihr wissen auf Briefen von Eva an Gertrude Stein, welche ich gerne auch in dem Buch integriert gesehen hätte.
    Eva beginnt Picassos Affäre zu werden und sich dann zur Partnerin hoch zu arbeiten. Die Autorin versucht durch die "verbotene" Affäre ein wenig Spannung und Drama rein zukriegen, schafft das nur leider nicht. Es war mir herzlich egal ob, und wann Picassos Noch-partnerin herausfindet, dass Picassos eine Neue hat.
    Trotz meinem Interesse an mehreren Elementen dieses Romans, hat er mich bereits nach wenigen Seiten enttäuscht und auch gegen Ende hin nicht mehr überzeugt.
    Dennoch habe ich es beendet. Die Idee hinter dem Buch, die Story, ist hervorragendes Material, nur leider für mich nicht gut genug umgesetzt. Ich bin mir sicher, dass das Buch eine große Leserschaft finden wird. Wer Drama, und Paris der zwanziger Jahre, mag wird hier sicherlich unterhalten! Mir besonders gefallen haben die ganzen Anspielungen auf andere Künstler. Apollinaire, Marcoussis, Matisse, ... alles Freunde und bekannte Picassos die eine mehr oder weniger große Rolle in der Geschichte Madame Picassos' spielen.

    Positiv:

    - Kunstszene Paris' der 20er Jahre

    Negativ:

    - Schreibstil
    - plötzlicher Umschwang in der Dynamik der Figuren. Louis wird anfangs als ein Freund Evas in die Geschichte eingebracht, den sie zwar aber als Liebhaber ablehnt aber dennoch freundschaftlich gegenübersteht. Keine 2 Kapitel später dann dieser Satz: "Er nahm ihre Hand und führte sie durch die Menge. Er war ein solcher Langweiler [...] sie verabscheute seine feuchte Hand [...]" Es geht damit weiter dass sie immer mal wieder erwähnt wie abstossend sie ihn findet. Warum geht sie dann mit ihm aus?
    - eigenartige Versuche Drama zu erzwingen
    - Brustkrebs, aber die Brüste behalten wollen, weil Picasso die ja liebt.

  • Rezension zu "Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek" von David Whitehouse

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    Worum es geht:
    Bobby Nusku fristet seine Tage damit, Haare, Kleidungsstücke und weitere Spuren seiner verschwundenen Mutter zu sammeln und zu archivieren. Er fühlt sich im Haus seines grobschlächtigen Vaters und dessen wasserstoffblonder Freundin ziemlich einsam, besonders nachdem sein einziger Freund Sunny eines Tages wie vom Erdboden verschluckt ist. Die Freundschaft zum Nachbarsmädchen Rosa und ihrer Mutter Val, die Putzfrau in einem Bücherbus ist, gibt ihm Hoffnung und macht ihm Mut, sich gegen sein Schicksal aufzulehnen. Als alles drunter und drüber geht, machen sich Val, Rosa und Bobby gemeinsam mit dem sympathischen Outlaw Joe auf eine verrückte Reise mit Vals Bücherbus quer durch England. Im Gepäck haben sie nur das Nötigste: ihre Freundschaft und eine Menge guter Bücher.

    Meine Meinung:
    Das Buch klingt und sieht aus wie eine nette Lektüre für Buchliebhaber. Der Eindruck täuscht gewaltig. Ist es natürlich auch aber neben dem Oberflächlichen "Süss" und "Buchliebhabercharme" ist die mobile Buchhandlung noch viel mehr.
    Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek ist eine Ansammlung von allen Alpträumen die man sich vorstellen kann und das meine ich so positiv wie man es meinen kann. Als ich dem Autor das sagte, meinte er: "Thank you. That's the best thing anyone has said about it."
    Von Mobbing, häuslicher Gewalt, Selbstverletzung bis hin zu Pädophelie finden wir hier alles. Wer ein Buch mit Happy end erwartet, dem kann ich nur sagen was Val Bobby immer sagt: Es gibt kein Ende. Alles geht weiter, auch ohne dich.
    Harter Tubak und das Beste das ich in langer Zeit gelesen habe.

    Positiv:
    - Alles überwältigende Freundschaft
    - Bücher als Erretter
    - Abenteuer!

    Negativ:
    - David Whitehouse versucht, in meinen Augen, krampfhaft einen Stil zu erzeugen der seine Sprache schwerfällig erscheinen lässt. Ist gar nicht nötig, die Geschichte ist gut genug.

  • Rezension zu "On the Island" von Tracey Garvis Graves

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    Worum es geht:
    Anna hat sich bereit erklärt in den Sommerferien T.J. Nachhilfeunterricht zu geben. Der Job hat auch noch einen Bonus; sie soll mit auf die Malediven, auf denen die Familie Urlaub machen wird. Der siebzehnjährige T.J. hat erst vor ein paar Monaten den Krebs besiegt und will seine Ferien eigentlich nicht mit lernen verbringen aber Anna lässt ihn dahin schmelzen. Durch organisatorische Probleme müssen die Zwei einen Privatflieger buchen der sie auf die Insel bringen soll.
    Beide können kaum glauben als das Flugzeug abstürzt, und sie sich als einzige Überlebende auf einer einsamen Insel wiederfinden.
    Mit fast nichts ausgerüstet geht es ums Überleben, und die Frage wie lange das Rettungsteam wohl brauchen wird sie zu finden.
    Nach und nach beginnen sie sich mit anderen Augen zu sehen.

    Meine Meinung:
    Eine Extremsituation die zu einer unerlaubten Liebe führt. Aber was ist unerlaubt auf einer einsamen Insel ohne Regeln und Zivilisation.
    Davon ausgehend dort zu sterben und vielleicht nicht gefunden zu werden, kann dazu verleiten sich auf den einzige anderen anwesenden Menschen zu fixieren.
    Doch dies ist nicht nur eine Liebesgeschichte. Es geht vielmehr um das danach.
    Waren die Gefühle auf der Insel echt? Kann die Liebe überstehen im Alltag des normalen Lebens?
    War es nur das Adrenalin der Situation?
    Wo andere Bücher in dem Genre der verbotenen Liebe sich nur auf die Liebesgeschichte, das Kennenlernen und zusammenkommen konzentriert, geht es hier um das danach. Man könnte es in eine Schublade mit den gängigen New Adult Büchern à la Tammara Webbers Einfach.Liebe oder Jamie Mcguire abtun, aber On the Island weiss durch einen erstaunlich ( vielleicht durch meine sehr geringen Erwartungen ) ausgearbeiteten Schreibstil zu überzeugen.
    Natürlich gibt es Drama, natürlich gibt es Liebe, natürlich gibt es Missverständnisse die zu noch mehr Drama führen aber ausserdem gibt es Spannung und sehr erwachsene Fragen über das Leben "danach". Eine Mischung zwischen Cast away und Blaue Lagune!
    Keine hohe Literatur aber das perfekte Buch für Strandurlaub ( oder Balkonien ), und diese sind ja auch schwer zu finden.

    Positiv:
    -Spannender Überlebenskampf
    -langsamer Aufbau der geschickt verständlich macht warum es zu Gefühlen zwischen den Beiden kommt.

    Negativ:
    - Sie finden eine Hütte, ihre Koffer werden angeschwemmt, Teile des Flugzeugs werden angeschwemmt und Anna hat natürlich 14 Seifen, 15 Flaschen Shampoo, eine Wagenladung Tampons, 7 Bikinis etc... eingepackt. Kommt mir dann doch ein bisschen zu praktisch daher wenn man bedenkt dass sie nur paar Wochen weg sein sollten.

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