szmmctag

  • Rezension zu "6 uhr 41" von Jean - Philippe Blondel

     photo blondel_zps750638d7.jpg

    Worum es geht:

    Philippe nimmt normalerweise nie den Zug um 6 Uhr 41 nach Paris. Doch sein bester, und vielleicht einziger, Freund liegt im Sterben und er muss sich beeilen. Cecile hätte eigentlich schon Sonntag Abend heimfahren sollen. Je mehr sie drüber nachdenkt desto besser wäre es gewesen. Die Zusatznacht bei ihren Eltern hat keinem was gebracht, sodass sie nun mit dem ersten Zug nach Paris flüchtet. Der Mann der sich neben sie setzt erkennt sie sofort; Philippe Leduc, eine alte Liebe aus Studienzeiten. Auch Philippe erkennt Cecile sofort wieder. Während beide sich daran erinnern was sie auseinander getrieben hat steht eine Frage im Raum; Werden sie sich ansprechen?

    Meine Meinung:

    Klingt doch romantisch, die alte Liebe im Zug überraschend wieder zu treffen. Die Covergestaltung weiss ebenfalls zu überzeugen, das Hörbuch von Andrea Sawatzki und Christian Berkel gesprochen. Zu gut um wahr zu sein?
    Ein bisschen. Wir dürfen nicht vergessen dass es von einem Französen geschrieben wurde. Obwohl Frankreich, und vor allem Paris, für Romantik und Liebe bekannt ist, sind Frankreichs Autoren alles andere als das. Marc Levi zählt da nicht, der ist schon so amerikanisiert dass er kaum noch französisch ist.
    So entpuppt sich Cecile und Phillippes Reise als beklemmend, rückblickend auf eine desaströse Trennung und ein unzufriedenes Leben.
    Wer kein Problem mit negativen Schwingungen hat wird trotzdem Spannung darin finden herauszufinden ob die Beiden es schaffen sich anzusprechen, sich auszusprechen und wer weiss... vielleicht diese Begegnung der Beginn von einem Neuanfang ist.
    Ein kleines Buch für nebenbei!
    Für den ultimativen Genuss würde ich allerdings eher zum Hörbuch raten.

    Positiv:

    - nicht kitschig
    - unvorhersehbar
    - die Figuren legen keinen Wert auf Sympathie vom Leser
    - Die jeweiligen Gedanken werden gut beschrieben, manchmal auch springend, so wie das beim Denken halt mal vorkommt

  • Rezension zu "Der Fünfzigjährige der nach Indien ging und über den Sinn des Lebens stolperte" von Mickael Bergstrand

     photo Untitled_zpscfa9c844.jpg

    Ganz ehrlich, ich ertrage das Marketing nicht mehr und bin so weit weitere Bücher mit Titeln in dem Stil einfach zu ignorieren.
    Das Buch ziehlt ganz genau auf die Zielgruppe des hundertjährigen wobei inhaltlich überhaupt keine paralelen herrschen. Als der Titelaufbau garant für Verkauf. Ich habe mich echt schon geweigert das Buch näher anzusehen nur wegen des Titels. Wir im laden haben es nur "Der Fünfzigjährige blablabla" genannt. Erst als ich (nach mehreren Tagen ) mal bemerkte dass Indien im Titel vorkam hab ich mir den Klappentext angesehen. Und siehe da, das Buch klingt gar nicht mal so schlecht wenn man die Marketingstrategie ignoriert. Da ich auch demnächst nach Indien reise fand ich es natürlich interessant über Görans Erfahrungen zu lesen.

    Worum es geht:

    Göran ist ein (wie der Titel ja schon verrät ) fünfzigjähriger Schwede der gekündigt wurde. Seit 8 Jahren geschieden, und mit nur mäßigem Kontakt zu seinen Kindern, hält ihn nichts in Malmö. Nach ein wenig Überzeugung seiner Freunde beschließt er sich einer Reisegruppe seines Kumpels nach Indien anzuschließen. Erstmal dort, scheint das Land ihn nicht mehr hergeben zu wollen und Göran lernt die Schönheit des Landes und vor allem Preeti kennen.

    Meine Meinung:

    Altrocker wird zum ersten mal aus seiner Routine gerissen und lernt dadurch wieder Freude am Leben zu empfinden. Außerdem spielt die Liebe eine große Rolle, da er trotz Scheidung nie über seine Mia hinweg kam. Indien ist natürlich Mittelpunkt der Geschichte. Mit den Augen Görans werden wir durch Yogi, seinen neuen Freund, mehr und mehr in die indische Philosophie und Lebensweise eingeführt. Anschaulich erklärt Yogi warum es 5 Verkäufer an jeder Kasse geben muss und der Türsteher außerdem noch den Einkauf kontrollieren soll.
    Während es anfänglich danach aussieht als gehen es nur um Göran und seine neu gefundene Liebe wird recht schnell noch ein weiteres Ziel seiner Reise klar. Shahrukh Khan! Den will er zum Exklusiv Interview treffen um seine Geliebte zu beeindrucken!
    Irrwitzige zusammenkünfte und Unternehmungen entstehen um Göran zu Indiens Waschbrettbauchs Nummer 1 zu bringen!
    Gegen den Schreibstil kann man nichts sagen. Bergstrand weiss wie man eine Atmosphäre aufbaut und wenn Göran von den Gerüchen und Geräuschen Indiens erzählt kann man sich leicht vorstellen schon da zu sein.
    Ich kann nicht einschätzen wieviel Spass oder Unterhaltung man an dem Buch hat wenn man nicht an Indien interessiert ist. Ich glaube leider auch nicht dass die Taktik auf den Hunderjährigen anzuspielen so gut ist, da ich kaum glaube dass Leser des einen Buches auch notgedrungen dieses hier gut finden werden. Im Gegenteil, ich glaube das Buch könnte deshalb zu unrecht als "schlechtes Buch" betitelt eben weil die Leser sich etwas anderes Erwartet haben.

    Positiv:
    - Indien durch die Augen eines Touristen

  • Rezension zu "A man called Ove" von Fredrik Backman

     photo ove_zps36c09dd3.jpg

    Der englische Verlag Hodder And Stoughton schickte mir im Februar ein Leseexemplar mit dem Titel "A man called Ove".
    Bereits in der Hälfte des Buches habe ich gehofft dass das Buch auch auf Deutsch erscheinen wird und in 2 Wochen kommen endlich auch deutschsprachige Leser in den Genuss Ove kennenzulernen.

     photo A_Man_Called_Ove_290_zps332344f4.jpg

    Worum es geht:
    Ove ist ein ziemlicher Muffel. Das aber nur weil seine Mitmenschen alle zu dämlich sind Strassenschilder zu lesen! Da steht doch klar und deutlich keine Fahrräder hier abstellen und jeden Tag aufs Neue findet er ein Fahrrad, welches er dann auch pflichtbewusst beseitigt. Oder die Autos die alle länger als 24 Stunden im Parkhaus parken, dass muss ja einer melden! Als Nebenan eine ausländische Familie einzieht ist Streit eigentlich schon vorprogrammiert. Dass Parvaneh und Patrick von seinem Auftreten alles andere als Beeindruckt sind hilft sicherlich bei dieser ungewöhnlichen Freundschaft. Parvaneh beschliesst Ove unter ihre mütterlichen Fittiche zu nehmen, ob Ove will oder nicht. Und Ove will eigentlich nur eines; wieder vereint sein mit seiner kürzlich verstorbenen Frau.

    Meine Meinung:
    Dieses Buch bringt einen bei jedem Kapitel ein lautes "HA!" von sich zu lassen, denn alles ist wahr. Man erkennt sich in allem. Auch ich habe schon geschimpft über die Regelüberseher und auch ich habe schon Schilder ignoriert. Als Verkäufer kann ich sowohl die Applestore Mitarbeiter verstehen, die irgendwann aufgeben Ove erklären zu wollen dass ein Tablett zwar ein Computer ist aber nunmal doch kein Computer. Aber auch Ove's Reaktion auf die Weigerung Hilfestellung zu leisten. Schon öfters habe ich einen Laden verlassen in dem ich eigentlich viel kaufen wollte wegen der Unfähigkeit der Verkäufer sich mal 5 Minuten Zeit zu nehmen. In Ove sah ich meine Mutter, meine Oma aber auch mich und Freunde wieder.

    Auch eine Liebesgeschichte kommt nicht zu kurz. In interessanten und herzerwärmenden Rückblenden kriegen wir das ganze Leben von Ove und seiner Frau erzählt. Also nicht nur Ernst und makaberer Humor, hier ist für jeden was dabei!

    Positiv hervorzuheben ist wohl die Handhabung des deutschen Titels. Zum Glück durfte Ove seinen schwedischen Buchtitel behalten. Ich hatte längere Zeit wirklich Angst "Der Achtzigjährige, der seine Frau verlor und eine dafür eine Katze fand" im Laden zu finden. Jetzt kann man nur hoffen dass auch Backmanns neuestes Werk: "Min mormor hälsar och säger förlåt" zu deutsch "Oma lässt grüssen und entschuldigt sich" demnächst erscheinen wird da alleine der Klappentext mich dazu kriegt zu überlegen das Buch im Oktober einfach in Stockholm zu kaufen. Wie schwer kann schwedisch schon sein?

     photo ove2_zps1e4260bd.jpg

    Die deutsche Ausgabe erscheint am 21. August

  • Rezension zu "Die Achse meiner Welt" von Dani Atkins

     photo welt_zpsd05ec247.jpg

    Worum es geht:
    Rachel ist jung, beliebt, verliebt und wird in wenigen Wochen ihr Traumstudium beginnen. Perfekt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der ihr alles nimmt. Sie verliert den besten Freund, ihre Zuversicht und die Balance. Jahre später wird ihre Welt zum zweiten Mal auf den Kopf gestellt. Denn als sie nach einem schweren Sturz im Krankenhaus erwacht, ist ihr Leben plötzlich so, wie sie es sich immer erhofft hat. Die damalige Tragödie hat es anscheinend nie gegeben. Ihr bester Freund lebt und ist an ihrer Seite. Wie kann das sein? Und wie fühlt sich Rachel in ihrem neuen Leben – mit dem Wissen über all das, was zuvor geschah?
    -Inhaltsangabe @DroemerKnaur

    Meine Meinung:
    Bereits nach dem ersten Kapitel hab ich geweint. Hach, ich mag solche unerwiderten Liebesgeschichten. Jimmy, der Rachel sein ganzes Leben geliebt hat, ihr bester Freund ist und nie zum Zug kommt, und sogar für sie stirbt. Mit Rachel konnte ich jetzt weniger Anfangen, sie ist anstrengend. Natürlich gibt es auch einige Klischeeszenen, aber die machen mehr Spass als dass sie stören. Die Autorin schafft es ebenfalls den Leser immer wieder zu überraschen. Wenn man meint dass man herausgefunden hat was passiert ist, kommen neue Ereignisse ans Licht und man hinterfragt wieder alles von vorne. Ist es jetzt real oder nicht? Magie, Zeitsprung oder doch nur Amnesie?
    Wundervoll fand ich dass Jimmy sie nicht für verrückt hielt. Er versucht sie zu verstehen und ihr zu helfen. Während alle anderen ihr einreden dass sie vielleicht doch mal zum Psychiater soll, macht sich Jimmy mit ihr auf die Suche nach der Wahrheit.
    So eine Freundschaft wünscht man sich doch!
    Ich habe eine weitere oberflächliche Sommerlektüre erwartet allerdings sollte man sich hier von der Premisse nicht täuschen lassen, man kann ruhig ein bisschen mehr erwarten!

    Positiv:
    -Ich hab mehrmals geweint, es hat mich wirklich sehr berührt.
    -Das Ende / Die Auflösung
    -Spannende Suche nach der Wahrheit
    -interessantes Freundschaftsgespann

  • Rezension zu "9 Tage und ein Jahr" von Taylor Jenkins Reid

     photo Untitled_zps13aed42c.jpg

    Worum es geht:
    Elisa kann ihr Glück kaum fassen, auf einmal steht ihr Traummann vor ihr. Die beiden verlieren keine Zeit, verlieben, zusammenziehen, Heirat: alles in Rekordzeit und sie sind so glücklich dass ihnen die Sonne aus dem Hintern scheint.
    Doch den beiden sind nur 10 Tage als Ehepartner vergönnt... als Ben am 10.Tag einen tragischen Fahrradunfall hat und stirbt, hinterlässt er Elise nur eine furchtbare Schwiegermutter, die nichts von Elise wusste und sie nicht aktzeptiert.
    Doch nun müssen die beiden Frauen zusammenarbeiten, ob sie wollen oder nicht.

    Meine Meinung:
    Kennt man ja zu genüge: "PS: Ich liebe dich" "Die Liste der vergessenen Wünschen", "Ein Jahr an deiner Seite"... Mann stirbt und hinterlässt eine trauernde Frau, die am Ende zu sich selbst findet und loslassen kann. Am besten noch mit einem neuen Mann im Leben. Ich finds nur doof dass der Verstorbene immer ein Gott von einem Mann war. Keine Makel weit und breit. So einen gibt es nur einmal auf der Welt und findet man nie nie nie nie wieder.
    Noch schlimmer wenn erwartet wird dass man als Ehefrau dann aber bitte nach einem Jahr drüber weg ist, ja? Das nervt doch nur die Umwelt wenn man jahrelang trauert. Warum das Buch trotzdem lesen? Wegen der unglaublich tollen Schwiegermutter gegen Ehefrau Dynamik.
    Ausserdem liest es sich wirklich gut, wie Elise und Ben sich kennenlernen und zusammenkommen. Das Buch macht Spass, trotz traurigem Thema und ja... oft gekannten Handlungssträngen.

E-Mail-Abonnement

Hier kannst Du für neue Einträge dieses Blogs eine E-Mail erhalten.

 photo highlights_zps434ac76c.jpg  photo tazaki_zps6bef3321.jpg  photo fikry_zps041f106f.jpg

Footer:

Die auf diesen Webseiten sichtbaren Daten und Inhalte stammen vom Blog-Inhaber, blog.de ist für die Inhalte dieser Webseiten nicht verantwortlich.